2025 | Verzinsung

Zinslandschaft 2024: extreme Unterschiede bei Pensionskassen

2024 war ein Ausnahmejahr bei den Zinsgutschriften der Pensionskassen. Zwischen Spitzenwerten und Mini-Zinsen zeigt sich ein grundlegendes Spannungsfeld der beruflichen Vorsorge. Selten waren die Unterschiede bei den Zinsgutschriften der Pensionskassen so gross wie im Jahr 2024. Während manche Versicherte mit rekordhohen Zinsen belohnt wurden, blieb für andere kaum mehr als der gesetzliche Mindestzins übrig.

Profond: der Branchenprimus

Mit 8% Verzinsung auf das Altersguthaben setzte Profond ein Ausrufezeichen! Bekannt für ihre offensive Anlagestrategie profitierte Profond von ihrer hohen Aktienquote. Bereits im Jahr 2021 durften sich die Versicherten über satte 8% Zins freuen. Über die vergangenen fünf Jahre lag der Durchschnittszins bei Profond bei 4.5%. Mit grossem Abstand folgen Ascaro (3.7%) und Copré (3.35%).

Weniger erfreulich ist das Bild bei den Sammelstiftungen mit Vollversicherung. Sie garantieren Kapitalschutz, setzen aber auf konservative, obligationenlastige Kapitalanlagen. Kehrseite sind tiefe Erträge für die Versicherten. Insgesamt lagen die Zinsen bei den Vollversicherern in den vergangenen fünf Jahren bei 1% bis 1.4%.

Zins: eine grosse Hebelwirkung

Die Bedeutung der Verzinsung wird oft unterschätzt: Schon 1% mehr Zins über 40 Jahre ergibt bei einem versicherten Lohn von 80'000 Franken rund 120'000 Franken mehr Alterskapital. Das entspricht bei einem Umwandlungssatz von 6% einer um 7'200 Franken höheren lebenslangen Altersrente pro Jahr. Über die vergangenen zehn Jahre hat Profond durchschnittlich 3.67% an Zinsen bezahlt. Die Vollversicherer haben im Schnitt lediglich etwas mehr als 1% pro Jahr ausbezahlt.


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Stiftungsräte am Steuer

Ob und wie viel Zins die Versicherten erhalten, entscheiden letztlich die Stiftungsräte der Pensionskassen. Dabei müssen sie abwägen: Wie viel der erzielten Rendite fliesst in die Verzinsung, wie viel bleibt als Reserve? Einige Kassen arbeiten mit sogenannten Beteiligungsmodellen. Sie geben Bandbreiten vor, innerhalb derer sich die Zinsentscheide der Stiftungsräte bewegen.

Mit dem Vorsorgeprodukt DuoStar schlägt Pax eine Brücke zwischen der klassischen Vollversicherung und teilautonomen Vorsorgelösungen. Das Modell teilt das Altersguthaben in zwei Teile: Die eine Hälfte ist vollversichert – sie bietet Kapitalschutz und profitiert von möglichen Überschüssen. Die andere Hälfte wird renditeorientiert investiert und abhängig von der Marktentwicklung verzinst. Yvonne Häring, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsleitung von Pax, erklärt: «DuoStar verbindet das Beste aus zwei Welten – Sicherheit und Renditechancen in einer Lösung. Besonders attraktiv ist dieses Modell für Unternehmen, die nicht das volle Anlagerisiko tragen möchten, aber dennoch von den Entwicklungen an den Finanzmärkten profitieren wollen.» Damit bietet Pax eine interessante Alternative für Firmen, die zwischen Sicherheit und Performance nicht wählen, sondern kombinieren möchten.

Einige Pensionskassen wie Ascaro, Spida oder Vita verfolgen ein besonderes Modell: Sie legen den Zinssatz vorschüssig fest, also im Voraus für das kommende Jahr. Die bereits erzielten Anlageerträge werden dadurch zeitverzögert, aber mit garantierter Verzinsung im Folgejahr an die Versicherten weitergegeben. Die über dem BVG-Mindestzins von 1.25% liegenden Garantiezinsen für 2025 zeigen diesen Ansatz. Auch bei einem unterjährigen Austritt, beispielsweise durch Stellenwechsel, entstehen keine Nachteile. Das unterscheidet dieses Modell von jenen Kassen, die den Zinssatz erst Ende Jahr festlegen und während des Jahres nur den gesetzlichen Mindestzins gewähren.

Flexible PK-Modelle mit Chancen

Auch viele Versicherte von sogenannten Risiko-Sparkassen-Stiftungen profitierten von deutlich überdurchschnittlichen Zinsen. Bei diesem Pensionskassenmodell verfügt jede angeschlossene Firma über ihren eigenen Deckungsgrad. Sind genügend Reserven gebildet und positive Anlageerträge erzielt, können die Erträge direkt an die Versicherten weitergegeben werden. Um einen Vergleich mit anderen Gemeinschafts- und Sammelstiftungen zu ermöglichen, hat die Weibel Hess & Partner AG eine vereinfachte Vergleichsrechnung vorgenommen. Dabei wurden zu Beginn der Fünfjahresperiode vollständig gebildete Wertschwankungsreserven berücksichtigt. In der Folge wurden die Anlageerträge als Zinsertrag gewertet, allerdings müssen nach Verlustjahren zuerst wieder volle Reserven aufgebaut werden, bevor Überschusszinsen ausgeschüttet werden. Rentenzahlungen und Verwässerungseffekte wurden nicht berücksichtigt. Über fünf Jahre erzielte Noventus mit ihrem Wertschriftenmodell NoventusCollect K Gross die höchste durchschnittliche Verzinsung von 3.75%, gefolgt von Revor (3.62%) und Swisscanto Flex individuell (3.53%).