Offertvergleiche - PK's gehen selektiv vor

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Die guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

Beschäftigen Unternehmen ältere Personen, haben sie es nicht einfach wenn Sie die Pensionskasse wechseln wollen. Bei der Aufnahme von Neukunden gehen viele Pensionskassen sehr selektiv vor.

Für die gleichen Leistungen bezahlt man bei der Pensionskasse mit den höchsten Prämien mehr als doppelt so viel wie bei der günstigsten Pensionskasse. Dies zeigt der grosse Pensionskassenvergleich des Beratungsunternehmens Weibel Hess & Partner AG in Zusammenarbeit mit der SonntagsZeitung / Finanz und Wirtschaft.

Für die Analyse der Pensionskassen-Prämien wurde in einem umfangreichen Mystery Shopping für zwei unterschiedliche Betriebe Offerten eingeholt. Verblüffender Weise sind die Ergebnisse widerspruchsvoll. Einige Pensionskassen winken ab, wenn Arbeitgeber eine zu hohe Anzahl an älteren Arbeitnehmenden beschäftigen. Das Problem besteht jedoch nicht beim Betrieb, sondern vielmehr bei der Pensionskasse selber. Ihre Umwandlungssätze sind zu hoch und bei jeder Pensionierung müssen Sie Rückstellungen für die zu hohen Altersrenten bilden. Diese Rückstellungen sind Verrentungsverluste und gehen zu Lasten der Reserven der Pensionskasse. Wird nun ein neuer Betrieb aufgenommen bei dem in den nächsten Jahren einige Personen in Pension gehen, sind viele Pensionskassen nicht bereit diese Verrentungsverluste zu Lasten der bestehenden Versicherten zu finanzieren. Das Ergebnis: Im Extremfall erhält ein Betrieb von fast keiner Pensionskasse ein Angebot bzw. hat keine Möglichkeit die Pensionskasse zu wechseln. Im Fallbeispiel 2 sind von 27 angefragten Sammelstiftungen insgesamt sieben Absagen eingetroffen. Bei den Vollversicherern ist einzig Swiss Life am Neukunden interessiert. Josef Zopp, Bereichsleiter Versicherungsberatung bei der Weibel Hess & Partner AG erklärt: „Heutzutage gibt es sozusagen kein Unternehmen mehr, welches bei Angebotsanfragen keine Absagen von Pensionskassen erhält. Die Annahmepolitik einzelner Sammelstiftungen ist mittlerweile reine Rosinenpickerei.“

Der Prämienvergleich der Sammelstiftungen erfolgt mit der Gegenüberstellung der Risikobeiträgen und Verwaltungskosten. Mit den Risikobeiträgen werden die versicherten Leistungen bei Invalidität und Todesfall finanziert. Die Verwaltungskosten decken Aufwendungen für die Administration und den Vertrieb. Die Höhe der Sparbeiträge war in der Angebotsanfrage klar festgelegt und fällt somit bei allen Anbietern gleich aus. Das Angebot mit den tiefsten Prämien hat im Fallbeispiel 1 die ASGA eingereicht. Für alle 59 Personen verlangt sie insgesamt 69‘894 Franken und gewinnt damit den Award für die tiefsten Risiko- und Verwaltungskosten. Bei den Vollversicherern hat Basler mit 109‘561 Franken die Nase vorn. Im Vergleich zur ASGA ist sie bereits 56 Prozent teurer. Dies verdeutlicht, dass die meisten Vollversicherer nicht nur selektiv sind bei der Aufnahme von neuen Betrieben, sondern auch höhere Prämien von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden verlangen. Bei der teilautonomen Sammelstiftung avanea können Arbeigeber das Risiko von Nachfinanzierungen oder Kürzungen der Altersguthaben bei Teilliquidationen in Unterdeckung mit einer zusätzlichen Prämie vorfinanziert werden, für Fallbeispiel 1 würde dies nebst den aufgelisteten 108‘356 Franken weitere 8‘792 Franken kosten.

Die höchsten Risiko- und Verwaltungskosten bei den teilautonomen Stiftungen verlangt Swiss Life mit 139‘888 Franken. Auch die Angebote von Groupe Mutuel und AXA sind mit über 130‘000 Franken nicht gerade günstig.

Im Fallbeispiel 2 hat bei den Vollversicherern einzig Swiss Life ein Angebot eingereicht. Über alle Pensionskassen verlangt Groupe Mutuel mit 188‘239 Franken die höchsten Risiko- und Verwaltungskosten. Das günstigste Angebot hat PKG, knapp vor Profond unterbreitet. Ganz im Gegensatz zum Fallbeispiel 1 tritt Swiss Life Business Invest im Fallbeispiel 2 mit wettbewerbsfähigen Konditionen auf. Pensionskassen ordnen die Firmen in unterschiedliche Risikokategorien ein. Fällt die Risikobeurteilung positiv aus, können die Versicherten von interessanten Prämienangeboten profitieren. Die Kehrseite sind höhere Prämien für Versicherte aus negativ eingestuften Betrieben.

Nest, Helvetia und PAX haben für keine der beiden Anfragen ein Angebot eingereicht. Während gewisse Anbieter bei der Aufnahme von neuen Betrieben sehr zurückhaltend sind, umwerben andere Kassen potentielle Neukunden mit verlockenden Angeboten. Diese interessanten Prämienangebote gelten meist nur für Neukunden. Die bestehenden, langjährigen Kunden gehen bei vielen Anbietern leer aus. Sie bleiben auf dem höheren Prämienniveau das Sie bei Vertragsabschluss vereinbart haben. Was können Sie dagegen tun? „Handeln Arbeitgeber die Konditionen mit der Pensionskasse regelmässig neu aus, können sie die Prämien nachhaltig optimieren und gleichzeitig die Leistungen für die Mitarbeitenden optimieren.“ erklärt Josef Zopp.


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